Wäre nicht der Neid der Götter

A. Braubach

"Wäre nicht der Neid der Götter,

Menschen könnten glücklich werden;

Wäre nicht der Haß der Menschen,

O, es wäre schön auf Erden!

Grollend schaun die Loseschüttler

Von den dunkeln Wolkensitzen;

Will ein Herz in Hoffnung knospen,

Dräun sie mit des Zornes Blitzen.

Will ein Herz in Freud' erblühen,

Auf die ersten zarten Sprossen

Schleudern sie mit harten Händen

Winterschnee und rauhe Schloßen.

Und der Erdensohn, um aller

Not ein Übermaß zu schaffen,

Schlag um Schlag auf seinesgleichen

Schwingt er die verruchten Waffen.

O, nicht hungerhagre Wölfe,

Die ein krankes Reh gefunden

Und sich balgen um die Beute,

Reißen sich so tiefe Wunden! --

Wäre nicht der Neid der Götter,

Menschen könnten glücklich werden;

Wäre nicht der Haß der Menschen,

O, es wäre schön auf Erden!"