Frühlingslied

E. Mandyczewski

Frühling ist, der grüne, holde,

mit der Sonne mildem Golde

heiter mir ins Land gekommen,

Frühling, tausendmal willkommen!

Kommt mit Blumen reich beladen,

um in ihrem Duft zu baden,

mit des Mondes reinstem Lichte

mild verklärt im Angesichte.

Hain und Flur erblüh'n im Kreise,

und im Herzen regt sich's leise,

Bächlein rinnt zum Tal hinunter,

Wandern! klingts im Herzen munter.

Gebt mir, gebt mir leichte Schwingen,

denn ich hör' den Kuckuck singen,

gebt mir hurtiges Gefieder,

denn die Schwalben kehren wieder.

Dass ich in die Fremde eile,

ohne Rast und ohne Weile,

dass ich wie ein Vöglein irre

durch der Erde bunt Gewirre.

In die Fernen wollt' ich ziehen,

Sehnsucht, dir nur zu entfliehen,

wollt' der Welten Raum ermessen,

Liebe, deiner zu vergessen.