Todesahnung
E. Mandyczewski
Es zog durch meine Seele des Todes banger Schauer,
dass meines Lebens Blüte so bald verwelken muss!
Es ist der Schmerz unsäglich, unendlich ist die Trauer,
wenn man der Heimat ferne und einsam sterben muss.
Und langsam, langsam sinken des Herzens warme Schläge,
vorm einen Augen schweben des Todes Nebel dicht;
es wird der Atem schwächer, das Denken matt und träge,
und auf der Seele lagert ein drückendes Gewicht.
O süße Heimatssehnsucht, erhelle meine Sinne,
erfülle meine Brust mit jugendlichem Wahn!
Dass ich in seinem Glanze die letzte Kraft gewinne,
mein Land noch zu besingen, und heiter sterben kann.