Die Wäscherin

A. Bungert

Aus meinen Händen kommt lauter Schnee,

Wie Äpfelblüthen und weißer Klee,

Wie duft'ge Wolken in klarer Luft,

Wie schaum'ge Wellen, voll feinem Duft.

Daß meine Hände so weh und wund,

Daß mir der Rücken wird steif und rund,

Daß mir's an Seife und Holz gebricht,

Das steht auf dem schimmernden Weißzeug nicht.

Die schwarze Wäsche wird weiß und rein,

Und was verkrumpelt, wird glatt und fein --

Wie gern wär' Manche bei mir geputzt,

Und jung geglättet, wer abgenutzt.

Und sauber gewaschen, die sich befleckt,

Und schneeig wie Blumen, die schmutzbedeckt.

Ja, würde der Ruf bei mir reingeseift,

Ich hätte Millionen im Schrein gehäuft!