So wünsch ich ihr ein' gute Nacht
A. Bungert
So wünsch ich ihr ein' gute Nacht,
Bei der ich war alleine,
Ein freundlich Wort sie zu mir sprach:
Wir zwei müssen nun uns scheiden!
Ich scheid nit weit,
Gott weiß die Zeit,
Wiedersehen bringt Freude!
Zu nächten, da ich bei ihr war,
Ihr Antlitz stund voll röthen,
Sie sah den Knaben freundlich an,
Sprach, dass dich Gott geleite!
Mein Schimpf und Scherz,
Scheiden bringt Schmerz!
Das bin ich worden innen!
Das Mägdlein an dem Laden stund,
Hub kläglich an zu weinen!
Nun g'segne dich Gott, mein Reiterjung,
Laß mich nicht lang alleine!
Kehr wieder bald,
Mein Aufenthalt!
Lös mich von schweren Träumen!
Der Reiter über die Haide rit,
Er warf sein Rößlein herummer;
Nun g'segne dich Gott, mein holder Buhl
Und kehr dein Rede nicht umher.
Beschert Gott Glück,
S'geht nimmer zurück!
Du bist mein's Herzens die Krone.
Und der uns dieses Liedelein sang,
Er hat's gar wohl gesungen,
Das hat gethan ein Reiterjung,
Von Lieb ist er durchdrungen.
Er singt uns dies und wol noch mehr
Wie's ihm im Herzen erklungen.