Weisse Rosen. III

A. Bungert

So dunkel sind die Straßen,

So herbstlich geht der Wind;

Leb wohl, meine weiße Rose,

Mein Herz, mein Weib, mein Kind!

So schweigend steht der Garten,

Ich wandre weit hinaus;

Er wird dir nicht verraten,

Daß ich nimmer kehr nach Haus.

Der Weg ist gar so einsam,

Es reist ja niemand mit;

Die Wolken nur am Himmel

Halten gleichen Schritt.

Ich bin so müd zum Sterben;

Drum blieb' ich gern zu Haus

Und schliefe gern das Leben

Und Lust und Leiden aus.