Fischerlied

A. Bungert

Der Himmel grau und kraus, um mich

aufschäumt das Meer;

die weißen Möwen jagen sich

im Spiel umher.

Das Segel flattert wie von Pein

und rauscht und schlägt;

vom Ufer her ein heller Schein

das Herz mir regt.

Das Feuer brennt so warm und licht

in meinem Haus,

es schaut ihr bangend Angesicht

ins Meer hinaus;

sie weiß, dass bis zum Wiederseh'n

mit voller Fracht

zweihundert Tage wohl vergeh'n,

manch' düst're Nacht.

Doch röter als das Feuer dort

der Morgen naht;

er spiegelt sich an Schiffes Bord

im Wasserpfad.

Die Kinder hält sie fest im Arm

und sieht, was droht.

Wie sauer kommt, dass Gott erbarm',

ein Stücklein Brot!