Die Erde bebt

C. Unger

Die Erde bebt und klagt und stöhnt,

und hochauf braust das Meer.

Der Sturmwind jagt in wilder Hast

die Wolken vor sich her.

So weit der Himmel ausgespannt,

nicht eines Sternleins Schein;

einsamen Wegs ein Wand'rer zieht

in Sturm und Nacht allein.

In Sturm und Nacht, in scheuer Angst

kömmt er vor deine Tür;

o hab Erbarmen mit dem Mann

und weis' ihn nicht von dir!

Ich bin der Wanderer, es liegt

das Leben schwer auf mir;

in Sturm und Nacht so ganz allein,

o nimm mich auf bei dir!