Heimweh
O. Schoeck
Hier pflegt Natur mit ihren goldnen Auen,
Mit ihrem Himmel, ihren Farbenstiften
Weit eher als die Weisheit trockner Schriften
Die Quellen meiner Seele aufzutauen.
Doch, mag ich auch im Geiste Bilder schauen,
Die oft mir die Erinnerung vergiften,
Gern kehrt mein Herz zurück zu jenen Triften,
Zu den geliebten, heimatlichen Gauen.
Im Hochland siehst du dort noch stets die derben
Urenkel Tells, in stromdurchflossnen Tiefen
Ein reges Volk mit blühenden Gewerben,
Ein Volk, ob alle andern Völker schliefen,
Noch fähig, mit dem Herzblut aufzufärben
Die blasse Schrift in seinen Freiheitsbriefen!