Demütigung vor Gott

C. Bach

Betet an vor Gott, ihr Sünder!

Fallt in den Staub hin, Menschenkinder!

Kommt alle! Kniet und betet an!

Er, der Herr, hat euch erschaffen,

zum Himmel, Sünder, euch erschaffen,

der retten und verderben kann.

Der Herr ist euer Gott!

Jehova Zebaoth!

Der Erbarmer!

Gott, groß von Rat!

Gott, groß von Tat!

ein Rächer eurer Missetat.

Betet an vor Gott! Es komme

gebeugt der Sünder und der Fromme

vor des Allmächt'gen Angesicht!

Ach, von hunderttausend Seelen,

die alle straucheln, alle fehlen,

ruf jede: Herr, vertilg uns nicht!

Wär er nicht unser Gott,

nicht durch des Mittlers Tod

unser Vater:

längst träf uns schon

von seinem Thron

der Sünden qualenvoller Lohn.

Betet an! Gott ist die Liebe!

Rühmt's, Sünder laut: Gott ist die Liebe!

Durch Jesum Christum unser Gott

noch trägt er die Übertreter,

vertilgt noch nicht die Missetäter,

erduldet noch der Frevler Spott.

Hört, der Allmächt'ge spricht!

Verstockt die Herzen nicht

seiner Stimme.

Gerecht ist Gott!

gerecht der Tod,

den er verstockten Sündern droht!

Betet an! Ach, nicht im Grimme,

noch ruft Gott mit der Vaterstimme

den Bösen auf dem Irrweg zu:

Kehret wieder von dem Pfade

des Unglücks! Seht den Weg der Gnade

und sucht für eure Seele Ruh!

Klein ist der Tage Zahl,

vielleicht zum letzten Mal

tönt die Stimme:

Barmherzigkeit!

Gehorcht noch heut:

nah ist euch Tod und Ewigkeit.

Betet an! Erwacht, ihr Sünder!

Erwacht, denn euch, o Menschenkinder,

erwartet Tod und Ewigkeit!

Lohn und Strafe, Tod und Leben

hat Gott in eure Hand gegeben.

Erwacht! Noch ist zur Buße Zeit.

Allmächtig ist der Herr!

Gerecht, gerecht ist er!

Frevler, zittert!

Wisst, was er spricht,

gereut ihm nicht;

er kommt, er kommt und hält Gericht!