Dieses und jenes Leben
C. Bach
Ein Pilger bin ich in der Welt
und kurz sind meine Tage.
So manche Not, die mich befällt,
reizt hier noch mich zur Klage.
Doch Vater, deine Ewigkeit
versüßt mir meine Pilgerzeit
und gibt mir Mut im Leiden.
Itzt, da der Sünde Joch mich drückt,
seufzt meine schwache Seele:
Wie bald ist nicht mein Herz berückt!
Wer merkt, wie oft er fehle?
Doch einst werd ich, von Fehlern rein,
ganz heilig und ganz selig sein.
Dies tröstet meine Seele.
Vor meinen Augen wandeln sie,
die dich, Versöhner, schmähen.
Der Erde Reiz verblendet sie,
dass sie dein Heil nicht sehen.
Einst bebt der Spötter Heer vor dir,
vor deinem Richterblick: Doch wir,
wir werden vor dir jauchzen.
In stillen Nächten wein ich, Herr,
hinauf zu deiner Höhe.
Mein schwaches Herz seufzt freudenleer,
wenn ich den Morgen sehe.
Ein Blick gen Himmel tröstet mich!
Und meine Tränen stillen sich
einst ganz in jenem Leben.
Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt,
die Not in fernen Tagen;
wenn sie die Sorg in mir erweckt,
ob ich sie werd ertragen;
so mildert mir die Ewigkeit
die Lasten dieser Pilgerzeit
und gibt dem Herzen Stärke.
Der Tod, der itzt von ferne dräut,
wenn er mir näher winket;
wenn nach der Arbeit dieser Zeit
mein Haupt zum Schlummer sinket:
so sterb ich froh. An Jesu Thron
ist seiner Überwinder Lohn
auch mir, auch mir bereitet.
Herr, diesen Trost, der mich erfreut,
vermehr in meinem Herzen!
Mich stärke deine Ewigkeit
bei meiner Wallfahrt Schmerzen!
Sie sei in meinem Tod mein Heil
und einst mein langgewünschtes Teil
mit deinen Auserwählten!