Gottes Allgegenwart

C. Bach

Nie bist du, Höchster, von uns fern:

Du wirkst an allen Enden.

Wo ich nur bin, Herr aller Herrn,

bin ich in deinen Händen.

Durch dich nur leb und atme ich,

denn deine Rechte schützet mich.

Du weißt, was ich gedenke: Du,

du prüfest meine Seele.

Du siehst es, wenn ich Gutes tu;

du siehst es, wenn ich fehle.

Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn,

nichts deinen Händen mich entziehn.

Wenn ich in stiller Einsamkeit

mein Herz an dich ergebe

und fern von Welt und Eitelkeit

den Geist zu dir erhebe,

so merkst du gnädig auf mein Flehn

und lässt mich Trost und Freude sehn.

Du merkst es, wenn des Herzens Rat

verkehrte Wege wählet;

und bleibt auch eine böse Tat

vor Menschen hier verhehlet,

so weißt du sie und züchtigst mich

zu meiner Bessrung väterlich.

Du hörest meinen Seufzern zu,

dass Hülfe mir erscheine.

Voll Mitleid, Vater, zählest du

die Tränen, die ich weine.

Du siehst und wägest meinen Schmerz

und stärkst mit deinem Trost mein Herz.

O drück, Allgegenwärtiger,

dies tief in meine Seele:

dass wo ich bin nur dich, o Herr,

mein Herz zur Zuflucht wähle,

dass ich dein heilig Auge scheu

und dir zu dienen eifrig sei.

Lass überall gewissenhaft

nach deinem Wort mich handeln,

und stärke mich dann auch mit Kraft,

getrost vor dir zu wandeln!

Dass du, o Gott, stets um mich seist,

dies tröst und bessre meinen Geist!