Am Eckernkruge
H. Sommer
Am Eckernkrug die Eiche
Sah manche hundert Jahr,
Sie wuchs schon, als im Reiche
Carolus Kaiser war.
Es steht in ihrem Schatten
Ein Tisch mit einem Bein,
Demselben dient zur Platten
Ein alter Mühlenstein.
Dort hab' ich jüngst gerastet
Am Tisch und auf der Bank,
Und weil ich lang' gefastet,
Rief ich nach Speis' und Trank.
Bald kam damit gegangen
Des Krügers rosig Kind,
Ich sah an Mund und Wangen
Mir fast die Augen blind.
Sie sprach zu mir und lachte,
Doch ich war starr und stumm,
Ich weiß nicht, was ich dachte,
Der Mühlstein lief rundum.
Und als ich schied von hinnen,
Da war so schwer mein Schritt,
Ich trug im Herzen drinnen
Gewiß den Mühlstein mit.