Wenn du kein Spielmann wärst

H. Sommer

Traf ich die Blonde im dämmrigen Gange,

Herzte sie, küßte sie, frug nicht erst lange.

Zwar fing sie an, sich ein wenig zu wehren,

Ließ sich's doch balde gefallen in Ehren;

"Das aber sag' ich Dir," sprach sie, "Du Schlimmer!

Wenn du kein Spielmann wärst, litt' ich es nimmer;

Wenn du kein Spielmann wärst!"

Dank für das Wort! und es sei nicht vergessen;

Hab' mich mein Lebtag zu hoch nicht vermessen,

Aber ihr Mägdelein mögt es euch merken,

Haltet auf Tugend in Worten und Werken,

Jeglichem Mann, was im Sinn er auch hege,

Wenn's nicht ein Spielmann ist, geht aus dem Wege;

Wenn's nicht ein Spielmann ist!

Doch einem Spielmann, ja den könnt ihr glauben,

Dürfet ihm dieses und jenes erlauben,

Müsset ihm niemals mit Nein was verschlagen,

Müsset nur immer hübsch Ja zu ihm sagen.

Ach! und wie freu' ich mich, will es nicht hehlen:

Weil ich ein Spielmann bin, kann mir's nicht fehlen;

Weil ich ein Spielmann bin!