Die zwei Ratten

H. Sommer

Es waren zwei Ratten mit rauhem Schwanz,

Ruschimuschikuschifidibum!

Die wollten zusammen zum Kirchweihtanz,

Ruschimuschikuschifidibum!

Sie zogen sich an ihren Sonntagsstaat

Und freuten sich über die reiche Wat,

Sie dachten, es könnte sie Keiner,

Und jede dünkte sich feiner.

Sie krochen dem Bauer ins Wagenstroh,

Ruschimuschikuschifidibum!

Und fuhren umsonst zur Kirchweih so,

Ruschimuschikuschifidibum!

Und als der Bauer am Kruge hielt,

Da ward im Saale schon aufgespielt,

Sie kletterten vom Gefährte

Und kräuselten sich die Bärte.

Der Dudelsack und der Sumber klang,

Ruschimuschikuschifidibum!

Dem Fiedler die erste Saite sprang,

Ruschimuschikuschifidibum!

Die Ratten wurden da sehr geehrt

Und wären doch lieber gleich umgekehrt,

Sie konnten sich kaum gewöhnen

An all das Summen und Dröhnen.

Nun traten sie aber zum Tanzen an,

Ruschimuschikuschifidibum!

Die eine als Weib, die andre als Mann,

Ruschimuschikuschifidibum!

Aus einmal hieß es mitten im Tanz:

Das sieht ja aus wie ein Rattenschwanz,

Ruft doch den Herbergsvater,

Der hat einen schwarzen Kater.

Der Kater sprang: jetzt kriegt ihr den Lohn!

Ruschimuschikuschifidibum!

Hilf Himmel! Herr Kater, wir gehen ja schon!

Ruschimuschikuschifidibum!

Der Kater aber biß zweimal zu,

Da hatten die Ratten vom Tanzen Ruh,

Man hing sie an den Schwänzen,

Die Stallthür zu bekränzen.