Du kommst zu mir im Traume
H. Sommer
Du kommst zu mir im Traume,
So wie du leibst und lebst,
Und weilst bei mir im Raume
Voll Huld, bis du entschwebst.
Ich sehe dich vor mir stehen
Mit deiner schönen Gestalt,
Und Zeichen und Wunder geschehen
Aus deiner Zaubergewalt.
Sammtweiche, dunkle Augen,
Langwimperig, schauen mich an,
Blinzelnde Blicke saugen
Am Herzen dem seligen Mann.
Die Lippen so roth und minnig,
Sie lächeln den meinen so nah,
Sie plaudern so süß und sinnig
Von Glück, und das Glück ist da.
So spiegeln meine Träume
Mir deines Bildes Glanz
Wie sprühende Wellenschäume
Des Regenbogens Kranz.
Du aber, du Strahlende, sage:
Darf ich mit Liebesmacht
Zu dir nicht kommen bei Tage
Wie du zu mir bei Nacht?