Wider die Pfaffen

H. Sommer

Die Pfaffen tragen hoch das Haupt,

Es walten dunkle Zeiten,

Und wer nicht glaubt und aberglaubt,

Dem drohen sie mit Scheiten.

Frech bläht sich auf das schwarze Pack,

Als hätten sie gleich Rieten

Den Kaiser und das Reich im Sack

Und könnten uns was bieten.

Sie wissen sich im Glaubensstreit

Vor Hochmuth nicht zu lassen

Und lehren uns statt Duldsamkeit

Verfolgen nur und hassen.

O Kaiser Rudolf, starker Held,

Siegreich in vielen Schlachten,

Den Pfaffen räume nicht das Feld,

Die nach der Herrschaft trachten.

Stund' nur in dieser Zeiten Lauf

Mit seines Wortes Schneide

Als unser Meister wieder auf

Der von der Vogelweide!

Doch weil er längst zu Würzburg ruht

In seines Grabes Ehren,

So wollen wir mit eignem Muth

Uns vor den Pfaffen wehren.