Der Mond nimmt zu
H. Sommer
Der Mond nimmt zu, die Sichel schwebt,
Die Nacht ist bläulich helle,
Es fluthet um mich her und webt
Thaufeuchten Lichtes Welle.
Nimm zu, mein Glück!
Er kühlt das Herz und nährt das Blut
Und schafft gesunde Säfte,
Gießt in die Seele List und Muth
Und wirkt geheime Kräfte.
Nimm zu, mein Glück!
Des Wortes und der Töne Macht
Quillt mir aus seinem Segen,
Und lauschig in der Vollmondnacht
Folgt Manches meinen Wegen.
Nimm zu, mein Glück!
Umfeie mich mit Zauberdunst,
Daß walten kann mein Wille,
Und halte mich in Schutz und Gunst,
Gutfreund, ich schweige stille.
Nimm zu, mein Glück!