Herbst
H. Sommer
Es falbt der Wald, bunt wird das Laub
Und spielt in allen Farben,
Das Korn ward längst der Sense Raub,
Aus Ähren wurden Garben.
Gelbgrüner Wipfel Goldesglanz
Mischt sich mit bräunlich dunkeln,
Purpur durchglüht den Bergeskranz,
Feurige Büsche funkeln.
Nun ist dem Herbste Macht verliehn,
Der Wind braust in den Zweigen,
Und lange Sommerfäden ziehn,
Die kleinen Vöglein schweigen.
Ein kalter Hauch weht durch die Hall'n
Und will ans Herz uns fassen,
Wir müssen, wenn die Blätter fall'n,
Von unserm Liebsten lassen.
So welkt das Glück, das uns erfreut,
Dem wir mit Dank und Segen
Die letzten Blumen noch gestreut
Auf winterlichen Wegen.
Und stille wird's, bald decket Schnee,
Was todesreif geschieden,
Und hüllet Unruh, Streit und Weh
In tiefen Schlafes Frieden.