An einen Baum im Herbste

J. Hiller

So wird denn deines Hauptes Zier,

Du schöner Baum, der Zeit zum Raube!

Mein leichter Fuß rauscht unter dir

Schon in dem abgefallnen Laube,

Und was noch nicht herunter fiel,

Hängt bleich und welk, der Winde Spiel.

Mit Ehren neigst du dich zur Ruh;

Denn schön und nutzbar war dein Leben.

Wie manche süße Frucht hast du

Mir und den Meinigen gegeben!

Wie oft gab uns dein Schattendach

Erquickung, wenn die Sonne stach!

Heil mir! ruft mich einst, ähnlich dir,

Des Lebens später Herbst zum Grabe,

Und nehm' ich auch den Ruhm mit mir,

Daß ich viel Frucht getragen habe,

Daß ich nach Kräften jedermann

Genutzt, gedient und wohlgethan!