Die Sonne
J. Hiller
Gegrüßet seist du, edles Licht,
O Sonne, die mein Angesicht
Aufs neu jetzund erhellet!
Wie groß ist der, der dich gemacht,
Und deine Majestät und Pracht
Ans Firmament gestellet!
Aus deinem Feuermeere fließt
Die Wärm' in alles, was da ist,
Ihm Kraft und Glanz zu geben.
Der Eichbaum und das kleinste Gras
Empfängt von dir in gleichem Maaß,
Flor, Wachsthum, Reise, Leben.
Du bist des frommen Weisen Bild,
Der stets, mit Menschenlieb' erfüllt,
Vertheilt, was er besitzet.
Den Blöden leuchtet sein Verstand,
Indem die immer offne Hand
Wohlthäthig andern nützet.