Der Mond
J. Hiller
Wie süß und freundlich lacht
des Monden stille Pracht,
den ich von jener Höh'
heruntersteigen seh'.
Im Feuer seh' ich ihn
auf jenen Bäumen glüh'n,
so wie der Phönix ruht
in seinem Nest voll Glut.
Allein, sein silbern Bild
ist ruhig, lieblich, mild;
er lächelt jedem Ruh'
und süße Stille zu.
Die Weisheit gleichet ihm,
nie wild und ungestüm,
die jedem, der sie liebt,
auch gleiche Sanftmut gibt.
Sein liebreich Angesicht
färbt sich vom Sonnenlicht.
Warum denn? Ohne dies
bedeckt es Finsternis.
So muss der Tugend Schein
der Weisheit Glanz verleih'n;
dich, Weisheit, such' auch ich,
doch, Tugend, bloß durch dich!