Der Fisch an der Angel
J. Hiller
Das kleine Fischchen spielet hier
in silbernem Bach
und hängt voll lüsterner Begier
bloß seinen Freuden nach.
Es merket nicht die blut'ge List,
den freundlichen Feind,
der desto mehr zu fürchten ist,
je gütiger er scheint.
Die Rute mit der Angel spielt
schon über ihm,
und voller Neubegierde schielt
es bloß nach dem Gewinn.
Es naht sich schon... itzt schnappt es zu!
Was hast du getan?
Du blutest, armes Tierchen du,
O bissest du nicht an!...
Mich reiße nie, was mir gefällt,
unprüfend dahin!
Dein Beispiel lehre mich, die Welt
und ihre Reizung flieh'n!